Z u c h t p r a x i s:
Leben Männchen und Weibchen ständig im selben Käfig werden die Weibchen auch ständig schwanger. Eine Rattenmutter kann bereits am Tag der Geburt des einen Wurfs erneut schwanger werden. Während der eine Wurf noch von der Muttermilch abhängig ist muss der andere im Mutterleib heranwachsen. So kommen alle Welpen zu kurz und die Mutter wird ausgebeutet. Eine gute Zuchtpraxis soll dem entgegen wirken.
Hochzeit
Rattenbock und Rattenweibchen werden nur zum Deckakt in einen Käfig gesetzt. Eine Rättin ist alle 3 bis 5 Tage für mehrere Stunden empfängnisbereit. Man erkennt dies daran, dass sie bei Berührung am Hinterleib heftig zittert, mit den Ohren vibriert und den Hintern in die Höhe streckt. Der Bock stellt dies über Schnüffeln an der Vagina fest und wird aufreiten. Ist die Rättin nicht empfängnisbereit wird sie dies nicht zulassen und versuchen den Bock zu vertreiben. Die beiden sollten getrennt werden. Man kann es am nächsten Tag erneut versuchen.
Der erste Wurf
Ein weiteres Problem ist das der zu frühen Schwangerschaft. Ratten sind zwar schon 4 bis 5 Wochen nach der Geburt geschlechtsreif, aber noch lange nicht ausgewachsen. Eine zu frühe Belegung hemmt das junge Weibchen in seinem Wachstum und kann Komplikationen bei der Geburt nach sich ziehen. Rattenweibchen sollten daher erst nach der 12ten Lebenswoche gedeckt werden.
Der erste Wurf sollte vor dem 8ten Lebensmonat stattfinden, da das Becken des Weibchens mit der Zeit verknöchert. Durch eine Geburt wird das Becken geweitet. Verknöchert es vorher kann dies dazu führen, dass der Geburtsweg zu eng ist und die Welpen nicht geboren werden können. Das Weibchen würde sterben.
Zuchtpause
Schwangerschaft, Geburt und Welpenaufzucht sind anstrengend.
Daher sollte ein Weibchen erst sechs Wochen nach der Geburt erneut gedeckt werden. So hat es nach der vierwöchigen Aufzucht der Welpen noch
zwei Wochen Ruhe, um sich zu erholen.
Bleiben die Welpen nicht vier Wochen bei der Mutter, zum Beispiel weil man 14tägige Welpen für Schlüpflinge benötigt,
kann man die Zuchtpause auch beginnen lassen, wenn der letzte Welpe verfüttert wurde.
Der letzte Wurf
Schwangerschaften zehren am Körper der Rättin. Daher sollte sie mit 1,5 Jahren nicht mehr deckt werden, um Komplikationen bei der Geburt zu vermeiden.
Ammen
Weibchen, die nicht mehr selbst schwanger werden, können weiterhin wertvolle Arbeit in der Zucht leisten. Sind mehrere Weibchen im selben Käfig können Ammen dabei helfen Würfe zu wärmen und aufzuziehen. Dies ist besonders wertvoll bei großen Würfen oder unerfahrenen Weibchen. Welpen, die mit der Unterstützung von Ammen großgezogen werden, sind erfahrungsgemäss größer, gesünder und besser entwickelt.
Männchen
Rattenböcke sind ihr ganzens Leben lang fruchtbar. Allerdings sind sehr junge Rattenböcke wenig am Decken interessiert. Sie sind nur Babies mit Hoden ;-) Daher sollte man ihnen Zeit lassen heranzuwachsen. Ab der 10ten Lebenswoche kann man sie zum decken einsetzen. Dann ist auch sicher, dass sie zuverlässig sind.
Beispielrechnung:
Am Anfang fällt es schwer abzuschätzen, wie viele Zuchttiere man für den eignen Bedarf braucht. Daher sollen einige Beispielrechnung anleiten, wie eine nicht ausbeutende Zuchtplanung aussehen kann. Für die Rechnung müssen wir hier von Idealzuständen ausgehen Tragzeit 21 Tagen und 8 Welpen pro Wurf. Daher der Hinweis: größere / kleinere Würfe und eine längere Tragzeit sind möglich.